Gießen und Mulchen

Wenn der Sommer heiß und trocken ist....

hilft nur viel Gießen – oder? Nun, jammern hilft nicht! Nicht gießen ist auch keine Lösung, denn dann wächst bald nichts mehr im Garten. Die Annahme, dass Bäume schon tief genug wurzeln und nicht gegossen werden müssen ist falsch. Durch die Trockenheit in den letzten zwei Sommern wurden auch Bäume geschädigt, die nicht gegossen wurden. Betroffen waren davon vor allem noch junge Bäume, die noch nicht so stark verwurzelt waren.

Auch wenn auf das Gießen nicht komplett verzichtet werden kann, so kann man aber doch einige unterstützende Maßnahmen durchführen, so dass der Wasserverbrauch nicht zu hoch wird:

1. morgens oder abends Gießen

Die Sonne brennt, die Pflanzen schlappen, also möchte man am leibsten Feuerwehr spielen und gießen. Allerdings ist es nicht ratsam die Pflanzen während der großen Hitze mit Wasser zu versorgen, da dies dann in der Regel schnell verdunstet und das Gießen bei Weitem nicht so effektiv ist wie morgens oder abends. Sinnvoll ist das Gießen in den sehr frühen Morgenstunden, also wenn die Sonne noch nicht brennt – oder abends. Der Vorteil: das Wasser kann in den Boden eindringen, ohne dass die Hälfte gleich verdunstet und die Pflanzen können es in Ruhe aufnehmen und so gut versorgt in den Tag gehen. Auch kann es beim Gießen in der prallen Sonne zu Verbrennungen kommen, wenn Wassertropfen auf den Blättern stehen.

Übrigens: wenn die Pflanzen leicht ihre Blätter zusammenrollen oder “schlappen” ist dies nicht immer gleich ein Anzeichen dafür, dasses ihnen schlecht geht. Sie reagieren damit auf die sehr große Hitze und stehen oft abends, wenn es etwas abgekühlt ist, wieder aufrecht und in volle Pracht im Beet. Es handelt sich also hierbei zunächst einmal um einen natürlichen Verdunstungsschutz der Pflanzen.

 

2. kräftig und mehrfach Gießen, dafür aber nicht täglich

Mit der Gießkanne einmal ein paar Schluck Wasser an die Pflanzen gießen oder auch mit dem Schlauch oder Gießgerät ein paar Sekunden an die Pflanze zu halten bringt bei sehr heißen und trockenen Phasen so gut wie nichts! Wenn man sich mal die Mühe macht danach mit der Schaufel in den Boden zu stechen wird man feststellen, dass zumeist, wenn überhaupt, nur die obersten 5-10 cm des Bodens befeuchtet wurden. Das meiste Wasser hat sich also in den obersten wenigen Zentimetern Boden verteilt. Zu versuchen so einen Baum mit einer Gießkanne zu gießen kann man sich also sparen, außer man tut dies nur zur sportlichen Ertüchtigung. An den Wurzeln kommt von dem Wasser nämlich so gut wie gar nichts an. Die Einzige Lösung ist hier das Wasser in einer Runde durch den Garten mäßig an die zu gießenden Pflanzen zu verteilen, und dies mehrfach zu wiederholen! So kann das Wasser erstmal langsam einsickern und in der nächsten Runde kommt weiteres dazu, bis soviel verteilt wurde, dass auch etwas an die Wurzeln gelangt. Gießringe oder Dämme um die Pflanzen können hier sehr hilfreich sein, damit das Wasser nicht sonstwo hin läuft, sondern wirklich an die Pflanzenwurzeln gelangt. Gießringe kann man wunderbar aus alten Blumentöpfen basteln oder aber man kann eine abgeschnittene Kunstoffflasche benutzen, die man umgedreht an der Pflanze mit eingräbt.

Wurde so durchdringend gegossen, muss das auch nicht zwingend jeden Tag wiederholt werden.  Alle 2-3 Tage reichen aus, je nach Witterungsverhältnissen vielleicht sogar mehr. Vor dem Gießen mal an mehreren Stellen den Boden zu kontrollieren, indem man mit der Pflanzschaufel ca 20 cm tief in den Boden sticht und die Bodenfeuchtigkeit kontrolliert, hilft einem gut ein Gefühl dafür zu bekommen. Übrigens: Wenn man die Pflanzen zu sehr verwöhnt, bilden sie weniger Wurzeln aus und “schlappen” dementsprechend auch sehr schnell wieder. Es kommt also daruf an ein wenig Gefühl dafür zu entwickeln.

Kübelpflanzen müssen dagegen (fast) täglich gegossen werden, wenn es sehr heiß ist, denn sie trocknen wesentlich schneller aus! Ähnlich ist es bei Hochbeeten, besonnders in sehr sonniger Lage.

 

3. Hacken und Mulchen

Das Hacken der obersten Bodenschicht ist eine gute Methode der Verdunstung entgegen zu wirken. Mit dem Hacken werden die Kapillaren im Boden durchbrochen, es trocknet nur noch die oberste lockere Schicht aus, darunter hält sich die Feuchtigkeit wesentlich länger. Mit regelmäßigem Hacken wird dazu auch der unerwünschte Bewuchs mit Wildkräutern unterbunden.

Nachteil: sobald gegossen wurde, oder ein Gewitterregen niedergegangen ist ist der Boden wieder verschlämmt und es müsste eigentlich direkt wieder gehackt werden – das nervt  und ist zeitaufwendig, der Rücken findet das zumeist auch nicht so toll… Hacken kann eine gute Lösung sein – in mäßig trockenen Sommern!

In sehr trockenen heißen Sommern ist das Mittel der Wahl das Mulchen! Mulchen kann man mit verschiedenen Pflanzenmaterialien, besonders empfehlenswert für alle Beete ist gehäckselter Heckenschnitt! Dieser enthält keine Samen von Wildkräutern und fällt in unserer Anlage sowieso reichlich an und kann kostenlos nach dem Häckseln des Sommerheckenschnittes abgeholt werden.

Und so geht’s richtig: Die Beete einmal oberflächlich durchhacken und von Wildkräutern befreien. Danach Hornspäne grobwürfig verteilen und eine dicke Schicht Mulchmaterial (gehäckslten Heckenschnitt) aufbringen, mindestens ca 10- 15cm.

Der Effekt: Das Wasser aus dem Boden kann nicht mehr verdunsten, auch nicht nach dem Gießen oder einem Regenschauer, sondern verbleibt unter der Mulchschicht. Zudem wird das Mulchmaterial auf der Fläche kompostiert und trägt zu Bodendüngung bei. Wildkräuter haben auch keine Chance mehr unter der Mulchschicht zu keimen. Auf das ständige Hacken kann danach erstmal völlig verzichtet werden! Da freut sich der Rücken und der Gärtner, die gewonnene Zeit kann anderweitig genutzt werden. Wer es ausprobiert wird schnell feststellen, dass sich dadurch schon nach einer Saison eine deutliche Bodenverbesserung einstellt.

Das Mulchen ist im Prinzip der Natur abgeschaut, auch im Wald befindet sich eine dicke Mulchschicht, die aus dem Laub des Vorjahres gebildet wurde. Sie versorgt die Pflanzen kontinuierlich durch Nährstoffe, die dort aus den abgestorbenen Materialien wieder recycelt werden und hilft vor zu starker Austrocknung.

Aber leider kann auch durch Mulchen auf das Gießen in sehr trockenen Perioden nicht komplett verzichtet werden. Es kann aber dadurch deutlich reduziert werden!

 

Für Fragen zu diesem und anderen Themen steht der Fachberater gerne zur Verfügung.



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